Fortpflanzung:


Die Ranz- oder Rollzeit des Dachses ist nicht einheitlich. Heute weiß man, dass im Hochsommer (Juli / August) überwiegend die jungen (1 bis 2jährigen) Dächsinnen ranzen. Dagegen werden die älteren meist bereits kurz nach dem Werfen im Frühjahr (März / April) wieder vom Rüden gedeckt. Eine je nach dem Zeitpunkt der Ranz unterschiedlich lange Eiruhe (Keimruhe) sorgt dafür, dass die Jungen regelmäßig im Februar / März geworfen werden. Eine derartige Keimruhe tritt bei bei mehreren marderartigen Raubwildarten auf. Neben dem Dachs auch beim Baum- und Steinmarder sowie bei Hermelin.

Die Jungen sind bei der Geburt noch wenig entwickelt und öffnen erst nach 3 bis 4 Wochen die Augen. Sie werden fast 2 Monate lang im Bau gesäugt  ( Nesthocker ). Es wird Juni bis man die Jungen einmal vor dem Bau in der Sonne spielen sieht.  Dieser außergewöhnlich langen Aufzuchtzeit schreibt man es zu, dass die Dachsmutter oft nur alle 2 Jahre Junge zur Welt bringt. Die verlängerte Tragzeit beim Dachs beträgt 7 Monate.

 


Nahrung:


Die Hauptnahrung des Dachses besteht aus allerlei Kleintieren (Insekten, Würmern, Schnecken, Mäusen). Daneben je nach Jahreszeit gelegentlich auch Gelege von Bodenbrütern und Junghasen. Der Dachs belauert und bejagt seine Beute nicht, sondern sammelt auf, was für ihn leicht erreichbar ist.  Pflanzliche Nahrung hat bei ihm eine größere Bedeutung (Wurzel, Früchte) als bei anderem Raubwild. Der Dachs ist ein Allesfresser.

In milchreifen Getreide- und Maisfeldern kann der Dachs merkliche Schäden verursachen, welche ebenfalls (allerdings in einem kleineren Ausmaß) an Schwarzwildschäden erinnern.
 


Beschreibung:


Name: Dachs
Klasse: Säugetiere
Größe: 50 - 80cm
Gewicht: 5 - 20kg
Alter: 10 - 15 Jahre
Aussehen: schwarz-weiß gestreifter Kopf
Ernährungstyp: Allesfresser
Nahrung: Beeren, Insekten, Schnecken, Obst, Würmer, Sämereien
Verbreitung: Asien, Afrika, Europa, Nordamerika
ursprüngliche Herkunft: Europa
Schlaf-Wach-Rhythmus: nachtaktiv
Lebensraum: Feuchtgebiete, Laub- und Mischwälder, Sumpfgebiete
natürliche Feinde: Fuchs, Wolf
Geschlechtsreife: mit dem zweiten/dritten Lebensjahr
Paarungszeit: ?
Tragzeit: 45 Tage
Wurfgröße: 1 - 5 Jungtiere
Sozialverhalten: Familienverband
Vom Aussterben bedroht: Nein
Der Dachs hat außer dem Menschen bei uns keinen Feind mehr. So verhält er sich auch, wenn man ihn an einem Sommerabend noch bei hellem Licht begegnet. Er gibt sich so unbekümmert, dass er einem gelegentlich bis vor die Füße bummelt, bevor er sich, in den Wind geraten, schnaufend entfernt. Der Dachs ist nicht der brummige Einsiedler, als der er lange galt. Er lebt vielmehr in Familiensippen recht gesellig, wobei die Baue, in denen er regelmäßig den Tag verbringt, Zentrum seines Familienlebens sind.  Der Dachs ist ein Nachttier. Im Gegensatz zum Murmeltier (Winterschlaf) hält der Dachs lediglich eine Winterruhe. Dachsbau können sich zu waren Burgen auswachsen, indem ihre Bewohner nicht müde werden, immer neue Röhren und Kessel anzulegen. In der Regel besteht ein älterer Dachsbau aus mehreren Etagen, zu denen eine Vielzahl von Röhren führen. Es ist nicht selten, dass man in derartigen Bauen neben dem Dachs auch anderes Raubwild antrifft, z.B. den Fuchs.

Er ist standorttreu, jedoch nicht territorial veranlagt. Das Revier umfasst eine Größe von über hundert Hektar und wird mit Urin markiert. Dachse sind streng monogam und leben in lebenslangen festen Paarverbindungen zusammen. Mit den Jungtieren bilden sie Familienverbände, die unter der Erde riesige Dachsburgen anlegen. Diese können aus mehreren hundert Kammern und Gängen bestehen.  Der Dachs ist ein Allesfresser, der sich hauptsächlich vegetarisch ernährt. Er bevorzugt Samen, Obst, Pilze, Beeren und Wurzeln, macht aber auch Jagd auf Insekten, kleine Nagetiere, Reptilien, Schnecken und Würmer. Seine Beutetiere spürt er mithilfe seines exzellenten Geruchssinns auf.

 

Kennzeichen:

Kurze Läufe, kleine Ohren, kurzer Pürzel, "Verkehrtfärbung" (oben hell, unten dunkel), weißer Kopf mit schwarzen Zügeln.  Sein Gewicht beträgt zwischen 10 und 20 kg. . Er lebt in Laubmischwäldern des Flach- und Hügellandes bis in die Mittelgebirge.

Der Dachs hat ein Gebiss mit 38 Zähnen (Raubtiergebiss).    

Er ist ein sogenannter "Sohlengänger (nagelt; 5 Krallen).