Feldhase

Rammelzeit:

Die Hasen rammeln bei günstigem Wetter schon von Ende Dezember an bis in den August, was 3 oder 4 Sätze zur Folge hat. Im Vorfrühling kommt es in der Feldflur zu größeren "Hochzeitsgesellschaften", wobei es den ganzen Tag über lebhaftes Verfolgungstreiben zwischen mehreren Rammlern und Häsinnen gibt. Bei diesem  Paarungsvorspiel lernen sich die einzelnen Paare kennen, die in der Regeln nach erfolgter Begattung beisammen bleiben.

Tragzeit:

Die Tragzeit beträgt 42 Tage, nach der - im Laufe eines Sommers 3- bis 4mal - je 2 bis 3 (selten 4 bis 5) Junghasen behaart und sehend zur Welt kommen. Bis zu 80 % der Junghasen gehen durch Witterungseinflüsse (nasskaltes Frühjahrswetter), natürliche Feinde und Krankheiten zugrunde. Auch unter günstigsten Umständen ist höchstens mit einer Verdoppelung des Ausgangsbesatzes zu rechnen, bis im Herbst die Jagd beginnt.

Die Satzhäsin (Mutter) sucht ihre Jungen nur in großen Zeitabständen für wenige Minuten zum Säugen auf, wobei der Satz Junghäschen sich oft nicht an einem Fleck, sondern einzeln verstreut im Gelände befindet. Dieses Verhalten erschwert es den vielen Feinden, die Jungen aufzuspüren. Nach etwa 4 Wochen sind sie selbständig und auf keine Betreuung mehr angewiesen. Aber erst im nächsten Frühjahr sind sie selbst fortpflanzungsfähig.

Beschreibung:

Der recht anpassungsfähige Feldhase, ursprünglich ein Bewohner der Steppe, lebt heute bei uns in unserer vielfältigen Kulturlandschaft nahezu überall, wenn auch leider nicht mehr so zahlreich, wie es früher einmal der Fall war. Er hält sich hauptsächlich im freien Feld auf, kommt aber auch im Wald vor, so dass wir in diesem Fall von "Waldhasen" sprechen.

Den Tag über verbringt der Hase meist ruhend in seiner Sasse (Lager) und wird am Abend zur Nahrungssuche aktiv. Nur die Begattungszeit (Rammelzeit) bringt ihn auch tagsüber auf die Läufe. Als Deckung für den Tag bevorzugt er frisch umgepflügte Sturzäcker, aber auch Feldraine, Grabenböschungen, Wiesen und Heckenränder. Immer benutzt er eine ausgescharrte Sasse (Mulde), in die er sich mit der Nase gegen den Wind und angelegten Löffeln (Ohren) drückt. Seine Begabung, sich an das Gelände anzupassen, ist erstaunlich.

Der Feldhase vernimmt (hört) sehr gut und nimmt in der Sasse auch Bodenerschütterungen, z.B. bei Annäherung eines Menschen, sehr fein wahr. Daher der Volksglaube, er "schlafe mit offenen Augen" (er ist längst wach, bevor wir ihn in der Sasse bemerken). Das Witterungsvermögen ist ebenfalls sehr gut, der Gesichtssinn jedoch hauptsächlich auf das Erfassen von Bewegungen ausgerichtet. Zur besseren Orientierung macht der Hase seinen bekannten "Kegel", indem  er sich auf den Hinterläufen aufrichtet. Bevor er sich in die Sasse legt, macht er einen weiten "Absprung" unter Wind von seiner Spur, um Verfolger rechtzeitig wahrnehmen zu können.