Fortpflanzung:

Die Ranzzeit findet in der Zeit von März bis Anfang Juni statt. Nach 6 Wochen bringt die Iltisfähe 4 bis 10 Junge zur Welt, die etwa 4 Wochen blind sind (keine Eiruhe). Jahreszeitlich spätere Würfe sind allerdings möglich, wenn das erste Geheck verloren ging. Auch der Iltis zählt zur Familie der Marder (Unterfamilie Stinkmarder).
Beschreibung: "Verkehrtfärbung", dunkle Augenbinde, fast weiße Nase, Rüden doppelt so groß wie Fähen.

       

Das Gebiss vom erwachsenen Iltis besteht aus 34 Zähnen.

Zahnformel für das fertige Gebiss lautet:

I C P M
3 1 3 1
3 1 3 2

In der Figur ist der Iltis den beiden echten Mardern (Baum- und Steinmarder) ähnlich, auch wenn er von der Figur her etwas geringer ist. In seiner Färbung unterscheidet er sich jedoch erheblich. Während Baum- und Steinmarder unterseits hell und oberseits dunkel gefärbt sind, ist die Bauchseite des Iltis dunkel, fast schwarz, während der Rücken heller erscheint. Auch fehlt ihm der Kehlfleck. Das Gesicht ist weiß-braun gefleckt, die Unterwolle schimmert hell durch die locker stehenden Deckhaare. Die Rute (Schwanz) ist kürzer als bei den beiden Mardern.

Tagsüber sieht man den Iltis selten, es sei denn, man hätte ihn aus seinem Tagesversteck vertrieben. Er bewegt sich hauptsächlich am Boden und klettert sehr wenig. Der Iltis ist aber ein sehr geschickter Schwimmer, denn er hält sich gerne am Wasser auf, wo er auf Wanderratten, Wühlmäuse, Bisam und Frösche jagt.  Man findet zuweilen Vorratskammern in seinem Jagdrevier, in denen er durch Biss gelähmte Frösche und andere Lurche speichert.  Der Iltis ist weit weniger anpassungsfähig als der Steinmarder. Er ist kein typischer Kulturfolger. Infolge der Verbauung und Verschmutzung von Gewässern und des modernen Umbaues landwirtschaftlicher Gebäude wurden seine Lebensmöglichkeit stark eingeschränkt. Als Kleintierjäger sucht er vor allem im Winter gern Gehöfte, Ställe und Scheunen auf, wo er Mäuse und Ratten erbeutet und auch dem Hausgeflügel nachstellt.  Günstige Lebensbedingungen findet er noch dort, wo Wildkaninchen häufig vorkommen. Er erbeute sie - vor allem Jungkaninchen - nicht nur über der Erde, sondern folgt ihnen in die Baue. Diese Eigenschaft hat dazu geführt, dass die Menschen im ursprünglichen Verbreitungsgebiet des Wildkaninchens (Südwesteuropa) schon frühzeitig Iltisse zähmten und zur Jagd auf Kaninchen abrichteten. So entstand aus dem Iltis die Haustierform, das Frettchen. 


Steckbrief

Name: Europäischer Iltis
Weitere Namen: Waldiltis
Klasse: Säugetiere
Größe: 25 - 45cm (exkl. Schwanz)
Gewicht: 0,3 - 1,5kg
Alter: 4 - 10 Jahre
Aussehen: bräunlich, schwarzes Fell
Geschlechtsdimorphismus: Ja
Ernährungstyp: Fleischfresser
Nahrung: Amphibien, Fisch, Nagetiere, Vögel und deren Eier
Verbreitung: Europa, Teile Asiens
ursprüngliche Herkunft: Europa
Schlaf-Wach-Rhythmus: dämmerungs- und nachtaktiv
Lebensraum: unspezifisch
natürliche Feinde: Greifvögel
Geschlechtsreife: etwa mit dem zweiten Lebensjahr
Paarungszeit: März - Juni
Tragzeit: 40 - 42 Tage
Wurfgröße: 4 bis 10 Jungtiere
Sozialverhalten: Einzelgänger
Vom Aussterben bedroht: Nein