Schwarzwild



Rauschzeit:         

Die Rauschzeit (Fortpflanzungszeit) erstreckt sich über eine lange Zeit mit dem Gipfel im Frühwinter. Einige Bachen werden im Dezember, einige wenige im November und Januar, seltener auch in anderen Monaten beschlagen. Dabei spielt offenbar das Sozialverhalten innerhalb der Rotte eine größere Rolle  als die Mast. Die Bachen einer Rotte richten ihre Rauschzeit nach jener der Leitbache, so dass in der Rotte die Frischlinge zum gleichen Zeitpunkt gesetzt werden. Kommt die Leitbache um, ist dieses Sozialverhalten empfindlich gestört und Frischlinge werden zu allen Zeiten im Jahr gefrischt bis sich neue Rotten bilden.  Zwischenzeitlich kann man immer häufiger feststellen, dass  Bachen das ganze Jahr über beschlagen werden.


Tragzeit:             

Die Bache trägt nur knapp 4 Monate (15 bis 16 Wochen).  Die Frischlinge kommen in der Regel von  Februar bis Juni zur Welt.. Zwei Drittel aller Geburten fallen auf die Monate März und April. Jüngere Bachen   frischen / bringen zwischen 3 bis 5 Frischlinge zur Welt. Älter Bache bis zu 8. Ausnahmsweise noch mehr, von denen allerdings dann in der Regel nur 8 aufgezogen werden.

Haarwechsel:    

Im Frühjahr und im Herbst vollzieht sich der Haarwechsel.  Im Sommer sieht Schwarzwild grau, fast silbrig aus. Die Winterschwarte dagegen ist dunkel, fast schwarz.

 

Beschreibung:

Das Wildschwein (jägerisch = Schwarzwild) gehört zoologisch zu den nichtwiederkäuenden Paarhufern und ist der einzige Vertreter seiner Familie in Europa. In Nord-Skandinavien und England kommt Schwarzwild in der freien Wildbahn nicht vor. Sonst ist es ein in vielen Ländern Europas, Asiens und Nordamerika verbreitetes, wenn auch zahlenmäßig sehr verschieden stark auftretendes Wild.

Das Schwarzwild ist durch die ständige Bejagung zum Nachttier geworden. Wo es Hege genießt, treibt es sich insbesondere zu Zeiten der Eichel- und Buchenmast auch tagsüber in den Beständen umher und sucht vor allem morgens oft erst lange nach Hellwerden den Einstand auf.

Kaum eine andere Wildart kam die waffenlose Zeit der deutschen Jäger in den ersten Nachkriegsjahren so zu gute wie dem Schwarzwild. Nicht nur dort, wo es zu Hause war, vermehrte es sich sehr stark, sondern es tauchte auch in Gebieten auf, in denen es seit Menschengedenken nicht mehr bekannt war. Wäre unsere Heimat kein Kulturland mit intensivem Feldfruchtanbau, so hätten sich die Jäger herzlich darüber freuen können. Leider ist aber mit dem Namen dieses  Wildes ein zweiter fast untrennbar verknüpft: der Wildschaden, den es auf Feldern verursacht, wenn der Wald, seine eigentliche Heimat, es nicht mehr ernähren kann. Dies ist nur noch in großen, geschlossenen Laub- und Mischwaldgebieten der Ebene und klimatisch milder Mittelgebirge der Fall, wo Baummast (Eicheln, Bucheckern) seine Nahrungsgrundlage ist, dazu je nach Jahreszeit frisches Gras, Klee, Wurzeln, im Boden lebende Kleintiere (Insekten, Würmer, Mäuse), auch Vogelgelege, Jungtiere und Aas. Schwarzwild ist ein "Allesfresser" .

Starke Wildschäden in der Landwirtschaft (an Getreide, Mais, Kartoffeln, auch durch Umbrechen von Grünland) bedingen gebietsweise eine sehr intensive Bejagung des Schwarzwildes. Insgesamt hat sich dennoch der Schwarzwildbestand in der jüngsten Zeit erheblich gesteigert.

Man kann nicht vom Schwarzwild und den Schäden sprechen, die es in der Landwirtschaft verursacht, ohne dabei aber auch auf den Nutzen hinzuweisen, den es dem Forstmann in großen, zusammenhängenden Waldgebieten erbringt. Denn nützlich ist es im Wald durch Vertilgung ungezählter Larven und Puppen der vielen forstschädlichen Insekten, als Feind der Mäuse und als unermüdlicher "Kultivator" (Lockerung und Durchlüftung)  des Waldbodens).  

Schwarzwild äugt sehr schlecht. Dagegen hat es einen ausgezeichneten Geruchssinn und vernimmt (hört) auch sehr gut. Wo es sich sicher fühlt, z.B. in Getreidefeldern oder in einem anderen deckungsreichen Gelände, kann es manchmal - entgegen seiner sonstigen Vorsicht - recht unbekümmert sein. Wenn Sauen sich sicher fühlen, bewegen sie sich sehr laut, sonst aber so leise wie der Fuchs. Sie sind ziemlich standorttreu, wenn sie nicht gestört werden, ziehen allerdings teilweise aber auch sehr weit. Sehr anpassungsfähig und gelehrig, lernt Schwarzwild Gefahren bald richtig einzuschätzen.

Keiler werden mit ca. 2 Jahren zu Einzelgängern. Bachen, Frischlinge und schwache Überläufer leben in Rotten mit ausgeprägtem Sozialgefüge zusammen.  Warnlaute sind: Brummen, Wuffen oder Blasen. Schwarzwild suhlt gern und ausgiebig und nimmt in der Nähe stehende Malbäume an.