Waldohreule:


Die Waldohreule ist neben dem Waldkauz unsere am weitesten verbreitete Eule. Sie ist schlanker und etwas kleiner als der Waldkauz (knapp Krähengröße). Sie hat orangegelbe Augen, das Gefieder ist braun mit dunkler baumrindenartiger Zeichnung. Kennzeichnung der Ohreulen sind zwei als "Ohren" oder "Hörner" bezeichnete, deutlich sichtbare, Federbüschel auf dem Kopf. Diese Federbüschel haben aber nichts mit dem Gehör zu tun , sondern sind lediglich reine Schmuckfedern .  Die Waldohreule hat eine Spannweite von ca. 90 cm und ein Gewicht von etwa 300 Gramm.

Die Waldohreule ist ein Freibrüter, meist allerdings in alten Krähennestern. Sie erbeutet vorwiegend Mäuse an Waldrändern und lässt sich leicht durch "Mäuseln" anlocken. Da sie weniger auf andere Beute (Kleinvögel) ausweichen kann, leidet sie mehr als der Waldkauz unter strengen Wintern und kommt dann manchmal truppweise in städtischen Anlagen vor. Auffallend sind die Bettelrufe der Jungen (Ästlinge) im Frühsommer, die dem Fiepen des Rehwildes ähneln.

Die Waldohreule ist ein Stand- und Strichvogel, der gerne gesellig lebt. Sie ist nachtaktiv und weist einen geräuschlosen Schaukelflug auf. Sie jagt nach Auge und Gehör. Beide Sinne sind hervorragend ausgeprägt. Tagsüber sitzt die Waldohreule in Nadelbäumen nahe am Stamm.  Sie ist ein sogenannter "Grifftöter" .

Nach der Balz im März wird gerne ein verlassener Krähenhorst o. ä.  bezogen. Die Waldohreule baut keinen eigenen Horst. Sie lebt monogam. Die Brutsaison liegt zwischen März und Juni.  Die Brutdauer betträgt 27 bis 28 Tage.  Die Waldohreule legt zwischen 4 bis 6 Eier, was sich allerdings stark nach dem Nahrungsangebot richtet.  Man sagt, "Mäusejahre sind Eulenjahre". Die Eier sind weiß und fast gleich rund. Nur das Weibchen brütet.  Nach dem Schlüpfen werden die Jungen noch etwa 2 Wochen gehudert, dann verlassen die Jungen das Nest. Nach rund 4 bis 5 Wochen sind sie flügge.